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Aufsteigen mit „Nicht genügend“?

Frau Prof. Mag. Barbara Hofbauer hat uns diesen Artikel zu Verfügung gestellt – er bringt viel Klarheit zum Thema Aufsteigen mit 5er / Neue Oberstufe und wie dies im Corona-Jahr 2020 einen Sonderfall auslöst. Der Elternverein der HAK-HAS Neumarkt dankt dafür sehr herzlich.

Aufsteigen mit „Nicht genügend“?

Im Corona-Jahr ist vieles anders. Dazu gehören auch die Regelungen zum Aufsteigen in die nächsthöhere Klasse bzw. in den nächsthöheren Jahrgang mit einem oder mehreren „Nicht genügend“. Hier sind einige Informationen:

I. Jahrgang/1. Klasse

  • SchülerInnen mit einem „Nicht genügend“ steigen ohne Konferenzbeschluss in die nächste Klasse auf.
  • Bei mehr als einem „Nicht genügend“ kann die Klassenkonferenz (= die LehrerInnen, die in einer Klasse unterrichten) darüber entscheiden, ob einer Schülerin/einem Schüler zuzutrauen ist, auch in mehreren Unterrichtsfächern die Defizite selbstständig aufzuholen.
  • Schülerinnen und Schüler können wie auch sonst zu Schulbeginn bis zu zwei „Nicht genügend“ in einer Wiederholungsprüfung ausbessern. Wenn nach den Wiederholungsprüfungen zu Schulbeginn nur ein „Nicht genügend“ übrig ist, kann die Schülerin/der Schüler automatisch aufsteigen. Wenn es noch mehr sind, wird die Klassenkonferenz entscheiden.

Ab dem II. Jahrgang/Ab der 2. Klasse (NOST)

  • Diese Regelung bleibt gleich: SchülerInnen mit mehr als zwei (einmalig: drei) offenen Modulen müssen das Schuljahr wiederholen. Normalerweise ist der Stichtag für diese Entscheidung der Tag nach den Prüfungsterminen zu Schulbeginn im September. Dieser Termin wird – nur in diesem Jahr – auf den 30. November 2020 verschoben.

Was bedeutet das?

  • Theoretisch kann jede Schülerin/jeder Schüler im Herbst den Unterricht der nächsthöheren Klasse besuchen. Es ist egal, wie viele offene Module die Schülerin/der Schüler noch hat.
  • Bis spätestens 30. November dürfen aber nur noch zwei bzw. drei offene Module übrig sein. Wenn es mehr sind, wird die Schülerin/der Schüler mit 1. Dezember 2020 in die vorangegangene Klasse zurückversetzt.
  • Für Module aus dem Sommersemester 18/19 wird die Frist für die Prüfung ebenso bis zum 30. November 2020 verlängert.
  • Vorteil für SchülerInnen mit wenigen offenen Modulen und einem coronabedingten Durchhänger: Sie haben bis 30. November Zeit, die Prüfungen abzulegen.
  • Nachteile für SchülerInnen mit mehreren offenen Modulen oder mit offenen Modulen aus dem Wintersemester:
    • Der Unterrichtsstoff schreitet in allen Fächern im nächsten Jahr voran und baut auf dem bereits Gelernten auf. SchülerInnen müssen also auch bis Ende November am laufenden Unterricht wie alle anderen teilnehmen, sonst hat das Auswirkungen auf die Beurteilung, auch wenn die Prüfungen schließlich bestanden werden.
    • Eine weitere Schwierigkeit kann sich ergeben, wenn SchülerInnen erst ab Dezember den Jahrgang/die Klasse wiederholen und möglicherweise in dem Semester, das sie wiederholen müssen, nicht regulär beurteilt werden können, weil Anfang Dezember ein großer Teil der Kompetenzen aus dem Semester bereits behandelt und eventuell abgeschlossen ist. Die Folge könnte sein, dass Feststellungsprüfungen nötig sind.
  • Im Zeugnis steht bei mehr als zwei offenen Modulen die Klausel, dass die Schülerin/der Schüler nicht zum Austeigen in die nächsthöhere Klasse berechtigt ist. Die betroffenen SchülerInnen sind also „nur“ vorläufig in den nächsthöheren Klassen.

Die ILBs (Individuellen LernbegleiterInnen) der Schule bemühen sich deshalb, mit den betroffenen SchülerInnen noch in diesem Schuljahr in der Schule Kontakt aufzunehmen und mit ihnen den optimalen Weg zu besprechen. Wenn eine ganze Reihe von Modulen offen ist, wäre es manchmal sinnvoll, ein freiwilliges Wiederholen schon ab Schulbeginn im September anzudenken.

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